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Analyse: AWS-Defizite können nicht mit neuen Diensten Wett gemacht werden

Das diesjährige Festival re:Invent hat Amazon zu einem Festival der Superlative auserkoren und mit zahlreichen Features nur so um sich geworfen. Wer jedoch etwas genauer hingeschaut hat, stellte fest, dass sich einige Schwächen von Amazon Web Services (AWS) offenbarten.

Die sechste re:Invent dürfte in die Geschichte als ein „Mega-Event“ eingehen. Bei der ersten Veranstaltung im Jahr 2016 zählte das Festival rund 6.000 Teilnehmer, die den Weg nach Las Vegas fanden. In diesem Jahr zählte die Veranstaltung mehr als 43.000 Teilnehmer. Inhalte des Events waren unter anderem eine mehrstündige Keynote sowie rund 1.300 Sessions. Darüber hinaus ließ es sich AWS-Chef Andy Jassy nicht nehmen, AWS mit einem beeindruckenden Marktanteil von 44,1 Prozent als antreibende Kraft unter den Cloud-Anbietern zu beschreiben. Beobachter und Marktspezialisten gehen vor diesem Hintergrund davon aus, dass es in den kommenden Jahren zahlreiche Konsolidierungen und es nur noch eine paar wenige Anbieter auf dem Markt geben wird.

Hier sehen viele Experten eine Gefahr für AWS. Aufgrund der Unternehmensgröße könnte sich das Monstrum als eine Schuldenfalle für Amazon entpuppen. Schmerzliche mussten das in der Vergangenheit Microsoft, IBM oder auch Google erfahren. AWS-Infrastruktur-Chef Peter DeSantis gab hierzu an, dass Amazon sich der Problematik bewusst sei und bereits versuche, gegenzusteuern. Angesichts der aktuellen Wachstumsraten auf dem Markt meint DeSantis, dass noch genügend Platz für viele neue Entwicklungen sei.

Es scheint tatsächlich so zu sein, dass das Rennen um die Cloud-Krone nicht entschieden sei. Erst kürzlich musste AWS herbe Rückschläge aufgrund der starken Konkurrenz einstecken. Nach wie vor verweist allerdings Amazon-CTO Werner Vogels darauf, dass allein in den letzten fünf Jahren rund 4.000 Neuerungen und Verbesserungen veröffentlicht wurden. Diese Masse wird mittlerweile überaus kritisch von Kunden beäugt und führt dazu, dass das Angebotsportfolio sehr unübersichtlich geworden ist und sich zudem überlappt.

An der Innovationskraft und Effizienz gemessen, hat Azure laut zahlreicher Analysten die Nase vorn. Inzwischen haben sich die Azure-Hybrid-Cloud-Umgebungen auf dem Markt etabliert und sorgen für satte Gewinne. Zudem ist Azure in vielen Punkten der AWS-Plattform deutlich überlegen. Die Schwächen von AWS sind hier historisch nachvollziehbar: Ursprünglich plante Amazon eine Cloud-Only-Strategie, welche durch den schnellen technologischen Fortschritt schlichtweg obsolet geworden ist.