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Das Ende einer Blase – Freehoster stehen vor dem Aus

Das Ende einer Blase - Freehoster stehen vor dem AusLange Zeit war es unter privaten Anwendern, aber auch bei kleinen Unternehmen üblich, für eigene Seiten auf Freehoster zurückzugreifen, die den benötigten Webspace gratis zur Verfügung stellten. Dieser Trend hat sich in den letzten Jahren dramatisch gewandelt, den Anbietern laufen attraktive Kunden in Scharen davon. Zurück bleiben Millionen von inhaltsleeren Homepages, die nicht selten als Experimentierfeld von Neugierigen oder schlicht zur Verlinkung von Werbung gebraucht wurden. Betroffen sind davon nicht nur Anbieter von Webspace, sondern auch Dienste, die Speicherplatz für Bilder oder kleine Dateien zur Verfügung gestellt hatten. Leidtragende sind fast immer die Nutzer, denn wer sich nicht selber um ein regelmäßiges Back-up gesorgt hat, verliert auf einen Schlag sämtliche Daten.

Die Blase ist geplatzt

Vor einigen Jahren noch boomte die Branche und nahezu täglich erschienen neue Unternehmen auf der Bildfläche, die ebenfalls ein Stück vom großen und unaufhaltsam wachsenden Kuchen abschneiden wollten. Gerechnet hat es sich wohl nur für die wenigsten von ihnen, denn der Markt war schnell gesättigt und ein harter Überlebenskampf begann. Immer mehr Leistungen wurden zum Nulltarif angeboten – stets in der Hoffnung auf potenzielle Gewinne in der Zukunft, die sich nie einstellten. Denn kaum kürzte der eine seine Ausgaben, wechselten die aktiven Nutzer zu einem anderen Anbieter, der gerade auf Kundenfang ging. Die oftmals unerfahrenen Betreiber verspekulierten sich zudem in mehrfacher Hinsicht – einmal in den laufenden Kosten, zum anderen in der Performance ihrer Server. Zusätzlich drangen schwarze Schafe in den Markt ein, denen es in günstigen Fällen um eine schnelle Rendite durch massive Werbeeinblendungen, bisweilen aber auch um den Zugriff auf Nutzerdaten ging. Das Ergebnis war absehbar – schnell geriet die gesamte Branche wegen Ausfällen in Verruf.

Bezahltes Hosting immer günstiger

Viele Benutzer wurden durch Ausfälle, Pleiten und unzuverlässigen Support verschreckt. Auf der anderen Seite entwickelte sich das bezahlte Hosting dank moderner, leistungsfähigerer und Strom sparender Hardware und wurde immer preiswerter. Auch die Verknüpfung von Domainhandel, Baukastensystemen von Homepages und dem Anbieten von Webspace erwies sich als großer Erfolg. Spätestens mit der Einführung der neuen Top Level Domains war die Webseite mit dem eigenen Namen nicht nur technisch für unerfahrene Laien zu realisieren, sondern auch so günstig, dass nur wenige vor den Ausgaben zurückscheuten. Für die verbliebenen Freehoster war es schwer, mit ihren begrenzten Einnahmequellen eine konkurrenzfähige Leistung zu bieten. Immer mehr Anbieter gingen vom Netz, weil sich die übertriebenen Erwartungen nicht erfüllt hatten oder die Aussichten immer schlechter wurden. Heute sind neben einigen großen Profis, die sich rechtzeitig einen festen Nutzerstamm sichern konnten, nur noch einige Idealisten und eine wechselnde Anzahl von Start-ups in dem Bereich tätig.


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