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Der sichere Hafen – doch nicht sicher?

NewsCloud-Dienste werden heutzutage von zahlreichen Internet-Providern angeboten. Amazon, Apple, Google – nahezu alle großen Internetplattformen, die der Nutzer in seinem täglichen Internetverhalten in Anspruch nimmt, bieten diese Dienste an und speichern dementsprechend auch die Nutzerdaten ab, sodass diese für den Nutzer auch jederzeit zum Download bereit stehen. Im Grunde genommen ist diese Funktion für den Nutzer sehr komfortabel: Durch die Speicherung der Daten wird dem Nutzer sein Surfverhalten in vielerlei Hinsicht merklich erleichtert. Die Internetsicherheit der Daten ist selbstverständlich dabei ein großes Thema, jedoch wird dieses Thema immer komplexer – insbesondere dann, wenn diese Daten den europäischen Raum verlassen und sich in den Weiten des Internets verlieren.

Das große Problem

Das Hauptproblem, welches sich bei dem sogenannten Safe Harbour für den Nutzer stellt ist, dass die Daten eigentlich nur im europäischen Wirtschaftsraum innerhalb der EU für die Mitgliedsstaaten frei verfügbar sein dürfen. Was ist jedoch mit den Drittstaaten, die einen weniger hohen Datenschutzleitfaden haben als es innerhalb der EU der Fall ist? Es gibt zwar Staaten wie die Schweiz, Argentinien und Kanada, die eine ähnliche Datenschutzrichtlinie wie die EU verfolgen, aber in anderen Ländern mag das nicht der Fall sein. Somit ist ein großes Risiko in puncto Datensicherheit gegeben. Obgleich die EU-Kommission sich dieses Problems durchaus bewusst ist und auch das Risiko und Schutzgefälle ermittelt, so greifen unterschiedliche Regelungen. Allein der Umgang mit der Datensicherheit mit amerikanischen Firmen war bislang ein sehr großes Problem!

Der Lösungsansatz war gefunden – oder doch nicht?

Es gibt eine Regelung, welche europäischen Internetnutzern eine große Datensicherheit im Umgang mit amerikanischen Firmen geben soll – die Safe Harbor Regelung. Bedingt durch den sehr großen und intensiven Datentransfer zwischen europäischen und amerikanischen Servern wurde hier eine Sonderregelung ins Leben gerufen, die das Problem des Datenschutzes aufgrund der – im Vergleich zu Europa – schwächeren amerikanischen Datenschutzrichtlinie regeln soll. Der „sichere Hafen“ soll somit Europäern ein vergleichbares Datenschutzniveau bieten, wenn sie im Internet mit amerikanischen Firmen zu tun bekommen. Die Datenwanderung von europäischen Servern zu amerikanischen Empfängern ist generell dann erlaubt, wenn sich das amerikanische Unternehmen in die Federal Trade Commission, kurz FTC, des amerikanischen Handelsministeriums hat eintragen lassen. Diese Eintragung verpflichtet die US-Firmen dazu gewisse Datenschutzrichtlinien strikt einzuhalten. Facebook, Google und Microsoft haben diese Eintragung bereits durchgeführt.

Was sich zunächst für den Internetnutzer sehr gut anhört ist jedoch nicht ohne Wermutstropfen, denn der sichere Hafen geriet bereits frühzeitig in die Kritik. Der Grund für die Kritik der Europäischen Kommission lag darin begründet dass die Datenschutzerklärungen der amerikanischen Firmen viel zu oberflächlich gehalten wurde und generell keine Kontrolle erfolgt. Aus diesem Grund erwägt die EU-Kommission derzeitig eine Aussetzung der Safe Harbor Regelung. Wer bei seinen Daten zur Gänze auf Nummer sicher gehen möchte kann sich vorab in einer Liste des US-Handelsministeriums über das entsprechende Unternehmen informieren.


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