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Fehlendes Backup eines Webhosters kann zu Schadensersatzansprüchen führen

Das Ende einer Blase - Freehoster stehen vor dem AusSo jedenfalls sah das Landgericht Duisburg in einem Urteil vom Juli 2014 und verurteilte einen Webhoster zum Schadensersatz. Bei dem Crash eines Servers bei einem Subunternehmen war eine Website verloren gegangen. Die Site konnte nicht wieder hergestellt werden, da es kein Backup gab.

Schadensersatzforderung wurde teilweise stattgegeben

Der Klageführer hatte 2011 einen Webhoster mit dem Hosting seiner Website beauftragt. Diese hatte er sich fünf Jahre zuvor für 5.000 Euro anfertigen lassen. Der Webhoster hatte ein Subunternehmen beauftragt. Der Crash eines Servers im Jahr 2012 führte dann dazu, dass die Website nicht mehr aufzurufen war. Der Kläger forderte vom Webhoster Schadensersatz für die Erstellung einer Website, für die Kosten des Anwalts und den Nutzungsausfall – insgesamt etwa 8.500 Euro. Das Gericht gab dem Kläger Recht, sprach ihm allerdings nur einen Betrag von etwa 1.250 Euro zu.

Datensicherung gehört zu einer Nebenpflicht

Das Gericht argumentierte bei seinem Urteil, dass zwischen den Vertragsparteien eine Hosting-Vereinbarung zustande gekommen war, aus der sich verschiedene Verpflichtungen ergaben. Diese sind mietvertraglicher, dienstvertraglicher und werkvertraglicher Natur und beinhalten auch die Datensicherung, selbst wenn diese nicht explizit in der Vereinbarung genannt worden war. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Datensicherung ein erhebliche Bedeutung habe und deshalb automatisch eine Nebenpflicht des Hosters sei.

Durchschnittliche Nutzungsdauer einer Website beträgt acht Jahre

Das Gericht gab allerdings nicht der gesamten Schadensersatzforderung Recht, sondern führte an, dass bei einer Website von einer durchschnittlichen Website von einer Nutzungsdauer von acht Jahren auszugehen sei. Davon waren im Zeitpunkt des Verlustes der Site bereits fünf Jahre vergangen – das Gericht hielt einen Betrag von 1.250 Euro für angemessen. Für eine Nutzungsausfallentschädigung konnte der Kläger keine ausreichende Beweise vorlegen. Noch ist das Urteil nicht rechtskräftig und es ist davon auszugehen, dass der Kläger Berufung einlegt.