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Jimdo hält an Idealen fest

JimdoDer Anbieter Jimdo ist mit über 10 Millionen Webseiten weltweit aktiv. Seit 2007 bietet er in Deutschland ein erfolgreiches Hosting-Angebot an und hat seit 2012 ein Umsatzwachstum von über 100 Prozent. Das beeindruckt viele Investoren. Es wäre der richtige Zeitpunkt, das Unternehmen zu verkaufen oder erfolgreich finanzieren zu lassen.

Lieber selber steuern

Dem Ideal des Millionendeals und schnellen Reichtums versperren sich Springub und die Mitgründer Henze und Detzner jedoch. Sie hätten konkrete Angebote, sich aber dagegen entschieden, so Springub. Lieber wollen sie ihr Unternehmen weiter selbst steuern und freie Hand bei jeder Entscheidung haben. Das klingt nach einem Bruch mit der gängigen Praxis im Start-Up-Business. Die Gründer von Jimdo bekennen sich jedoch zu einem traditionellen Hamburger Kaufmannsideal: im eigenen Laden Chef sein.

Reichtum ist in diesem Ideal kein Selbstzweck, geborgtes Wachstum unerwünscht. Es fühle sich komisch an, wenn andere mit am Tisch sitzen, so Springub. Das Gefühl, unabhängig zu sein, ist den Hamburger Unternehmern wichtiger als die Millionen, die ihnen jetzt ein Verkauf einbrächte. Er könne jeden Morgen selber entscheiden, was er macht, erklärt der Jimdo-Chef. Wie viele andere Computernerds dieser Generation begann er 2004 damit, den Bau von Homepages für Vereine und Firmen anzubieten.

Digitaler Werkzeugkasten

2006 hatten sie die entscheidende Idee, einen digitalen Werkzeugkasten zu programmieren, der es den Kunden gestattete, ihre Homepage selbst zu gestalten. Den Serverplatz und die Internetadresse gibt es von Jimdo umsonst. Braucht man eine Betreuung, viel Platz und eine eigene Domain, muss man für ein Premiumpaket bezahlen. Neu war die Idee nicht, aber Jimdo ist inzwischen weltweit erfolgreich. Ganze Online-Stores kann man mit dem Baukasten bauen.

Die Investition in die Entwicklung einer App für mobile Endgeräte brachte jüngst einen Sprung von 5 auf 10 Millionen Nutzern. Das sei ein Meilenstein. Als Erster habe man eine App hinbekommen, mit der man die Inhalte der eigenen Webseite per Tablet oder Smartphone verwalten könne. Das habe viel Geduld und Genie erfordert, so Springub. Obgleich das Projekt länger dauerte und teurer war als eigentlich geplant, zahlte sich die Risikobereitschaft aus: Apple warb für die Jimdo-App in 42 Ländern, in Brasilien gehörte man zu den besten Apps des Jahres.

Jimdo hat mittlerweile 170 Mitarbeiter, und es kommen immer noch weitere hinzu. Diese Menge an Mitarbeitern erfordere eine andere Führung, meint Springub. Man müsse erkennen, welche Verantwortung man wann an wen weitergeben könne. Jeden Tag lerne man dazu, wie das organisiert wird. Das familiäre Betriebsklima ist den Jimdo-Gründern wichtig.


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