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Neue TLDs schaffen neue Möglichkeiten und Unsicherheiten

Neue Top-Level-DomainsSchon seit einiger Zeit hat sich der Internet-Händler Amazon darum bemüht, eine eigene Adressendung .amazon zugeteilt zu bekommen. Nachdem es Anfang des Jahres noch ganz danach aussah, als wäre er mit diesem Ansinnen erfolgreich, ist er jedoch nun auf der Konferenz der ICANN im südafrikanischen Durban vorerst gescheitert. Verschiedene südamerikanische Staaten – allen voran Brasilien – hatten massiven Protest gegen die Vergabe angekündigt und darauf bestanden, dass der Begriff Amazon als lokaler Raum geschützt sei.

Die Zahl der Endungen wächst immer schneller

Die Namensvergabe für Internetendungen obliegt der ICANN (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers), die über die Vergabe entscheidet. In den Anfangstagen waren lediglich die Endungen .com, .mil, .org, .edu und .gov erlaubt, die jeweils eine spezifische Interesengruppe zugeordnet wurden. Bereits im ersten Jahr kan .net hinzu. Mit der steigenden Nachfrage nach Internetadressen reichten diese Endungen schnell nicht mehr aus, in der Folge wurden länderspezifische Kennzeichnungen wie .de eingeführt. Nach mehreren Erweiterungsschritten, die zusätzliche lokale Endungen wie .asia oder spezifische wie .info und .aero einführten, beschloss die ICANN 2011 eine grundlegende Änderung ihrer bisherigen Vergabepraxis. Prinzipiell können seitdem Unternehmen und Privatpersonen eigene Endungen beantragen, deren Einführung für den September 2013 geplant ist.

Eine TLD kostet rund 200.000 US-Dollar

Allerdings ist das Privileg einer eigenen Endung nicht gerade günstig. Der Einführungspreis lag bei 185.000 US-Dollar, zusätzlich muss die Konferenz eine positive Entscheidung zugunsten der neuen Domain fällen. Angesichts dieser Hürden ist die Nachfrage noch relativ gering – Analysten rechnen damit, dass in der ersten Phase zwischen 500 und 1000 neue TLD zugelassen werden. Bislang haben sich vor allem große Namenshändler, Webhoster und IT-Konzerne für die Möglichkeit interessiert. Allen voran steht das Unternehmen Donuts, dass sich auf die Namensvergabe im kommerziellen Bereich konzentriert hat. Es hat alleine 305 neue TLDs beantragt, darunter solche wie .film, .cloud, .fan oder .software. Zweitgrößter Antragsteller ist Google – es hat eine Liste mit 101 neuen Domains eingereicht.

Webhosting bereitet sich auf neue TLD vor

Auch das Webhosting bereitet sich inzwischen auf die neuen Adressen vor – es ist davon auszugehen, dass sie bis spätestens Ende 2013 bei den ersten Anbietern erhältlich sein werden. Viel hängt allerdings davon ab, wie die neuen Eigentümer mit de Rechten für ihre neuen Domains umgehen werden. Anders als die bisherigen Adressen unterliegen diese nämlich nicht der Vergabepraxis der ICANN. Das wird auch von vielen Kritikern als ein wichtiges Argument gegen den Verkauf vorgebracht – so hatte besonders die Tatsache, dass sich Amazon die TLD .book sichern wollte, für negatives Aufsehen gesorgt.


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