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Server-Infrastruktur von Host Europe und Domainfactory ziehen fast komplett nach Frankreich

Der britische Webhoster Host Europe Group erwartet von seinen in Deutschland ansässigen Tochterunternehmen einen Umzug nach Frankreich. Nachdem die Meldung vor allem bei der dortige Kundschaft die Runde macht, brach Entsetzen aus. Diese befürchtet, dass das Datenschutz-Niveau in Zukunft im Vergleich zur Bundesrepublik deutlich niedriger ausfallen wird.

Das sogenannte Massen-Hosting bzw. die dafür zuständigen Server von Host Europe soll/en bereits in naher Zukunft von Deutschland nach Frankreich verlagert werden, so der britische Konzern vor einigen Tagen. Vor diesem Hintergrund sehen die Pläne des Unternehmens vor, dass zeitnah das Rechenzentrum „datadock“ alle Hosting-Kunden unter einem Dach vereinen wird. Das leistungsstarke Server-Zentrum wurde von 2009 bis 2010 durch den deutschen Hosting-Provider PlusServer eingerichtet. Schirmherr war zum damaligen Zeitpunkt die Konzernmutter Intergenia. Ende 2014 übernahm Host Europe Intergenia und somit auch das Rechenzentrum.

Im November und Dezember diesen Jahren sollen die Serverprodukte „Dedizierte Server“, „Virtuelle Server“ sowie „Root Server“, welche sich bislang in Köln befanden, an den neuen Standort in Frankreich übertragen werden. Das Projekt umfasst sowohl alle V-Server als auch dedizierten Server. Shared-Hosting-Produkte des britischen Webhosters bleiben nach wie vor in Köln stationiert. Für den Webhoster Domainfactory ist der Umzug ins neue Zuhause für das zweite Quartal 2016 einschließlich aller verfügbaren Dienste geplant, so weiter in der offizielle Mitteilung des Konzerns.

Trotz einem überwiegend guten Zeugnis in Sachen Kommunikationspolitk handelte sich das Unternehmen über das Kundenforum massive Kritik gegen das geplante Vorhaben ein. Ein häufig zu lesendes Argument gegen den Umzug war beispielsweise, dass sich Damainfactory mit dem Slogan „Hosting made in Germany“ einen Namen auf dem deutschen Markt verschafft hat. Weitere kritische Äußerungen zielten auf die in Frankreich übliche und vom dortigen Gesetzgeber abgesegnete Vorratsdatenspeicherung ab. Einige Kunden haben in diesem Zusammenhang bereits angekündigt, von ihrem Sonderkündigungsrecht Gebrauch zu machen. Eine Pressesprecherin von Domainfactory teilt hierzu in Rahmen einer offiziellen Stellungnahme mit, dass sich die Leistungserbringung nicht ändern werde, weshalb das Sonderkündigungsrecht nicht greife.

Host Europe hat sich ebenfalls zu den Bedenken in Form eine kurzen Mitteilung geäußert und wirbt dabei mit der Einhaltung von „höchsten Umwelt- und Sicherheitsstandards“. Eine Anpassung der gesetzlichen Bestimmungen sei nicht vorgesehen, wodurch nach wie vor die deutschen Datenschutzbestimmungen ihre Gültigkeit behalten werden, so das Unternehmen weiter. Grund hierfür sei das „Sitzlandprinzip“, welches sich auf den Geschäftssitz beziehe. Dieser ist weiterhin in Deutschland.