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United Internet will mit Webhosting-Sparte an die Börse

Mit beinahe 8.000 Mitarbeitern und einem Umsatz von mehr als 3 Milliarden Euro ist „United Internet“ bereits ein echtes Schwergewicht an der Börse. Gelistet wird das Unternehmen, das unter anderem für Marken wie GMX, Web.de oder 1&1 bekannt ist, am TexDAX, der technischen Sparte des DAX. Doch das ist dem Konzern nicht genug. Ralph Dommermuth, einer der Gründer und tätig im Management, möchte eine Teilsparte des Unternehmens abkapseln und selbst an die Börse bringen. Die würde dann wie der Teil eines eigenen Konzerns geführt, könnte jedoch Gewinne in Milliardenhöhe erzielen.

Kaufen und Wachsen

Für das Team rund um Ralph Dommermuth geht es nicht nur um die erzielbaren Gewinne, die laut Analysten bei mehreren Milliarden Euro liegen können, sondern vornehmlich um ein beständiges Wachstum, weswegen der Plan in den nächsten Monaten sehr genau und kritisch geprüft wird. Das Wachstum gilt vor allem den Geschäftskunden, denn hier geht es um niedrige Preise bei gleichzeitig hohen Leistungsspezifikationen. Doch auch der Aufkauf anderer Unternehmen steht auf der Agenda. Das durch den Verkauf der neu generierten Aktien verdiente Geld könne direkt an der Börse reinvestiert werden, um weitere Unternehmen aufzukaufen.

Zumindest so ähnlich ist der Branchenriese bereits in der jüngsten Vergangenheit vorgegangen. 135 Millionen Euro, exklusive etwaiger Anpassung durch das Closing, hat sich United Internet die Übernahme des polnischen Marktführers home.pl kosten lassen. Dessen erwarteter Umsatz erscheint mit 25 Millionen Euro zwar kaum lohnenswert, wirkt jedoch wie der sprichwörtliche Fuß in der Tür und ermöglicht eine weitere Ausdehnung in Europa. Schon durch die Einführung der Marke 1&1 in Polen zeichnete sich ab, dass United Internet wohl hier seinen großen Schritt in Richtung Europa starten würde. MIttlerweile gehört man auch dort zu den größten ISPs.

DAX-Aufstieg in Sichtweite

Dass sich United Internet ausgerechnet Polen als Startland in den europäischen Markt ausgesucht hat, ist kein Zufall. Gerade in Sachen Webhosting und Cloud-Computing gibt es dort ein enormes Wachstumspotential. Alleine im letzten Jahr ermittelte die polnische NASK (Naukowa i Akademicka Sie? Komputerowa), dass die Top-Level-Domain „pl“ mittlerweile auf Platz 12 der Weltrangliste rangiert (gemessen an jährlichen Neuanmeldungen von Internetseiten) und sogar auf Platz 6 in Europa. Zudem wird von Wirtschaftsanalysten ein durchschnittliches, prozentuales Wirtschaftswachstum von 15% pro Jahr erwartet. Sollte United Internet der Coup gelingen, und das Unternehmen auch in Europa erfolgreich sein, rückt sogar der Aufstieg auf den normalen DAX in Sichtweite.