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Webhoster registrieren drastische Zunahme der Angriffe: Die Hintergründe

Webhoster registrieren drastische Zunahme der AngriffeLeider entdecken nicht nur rechtschaffene Bürger zunehmend die Möglichkeiten und den Nutzen, den ihnen das Internet bietet. Auch Kriminelle – ob Einzelpersonen oder als organisierte Banden – verwenden zunehmend den Computer als Werkzeug für ihre Streifzüge. Genau davor haben diverse Webhoster in den letzten Wochen gewarnt – laut den gemeldeten Fällen haben die Angriffe in seit Beginn des Jahres nicht nur massiv zugenommen, sondern auch eine neue Qualität erreicht.

Dafür werden zumeist Banden aus dem Ausland verantwortlich gemacht, die aus Ländern operieren, in denen die Strafverfolgung nur eingeschränkt oder gar nicht funktioniert. Durch die zunehmende Vernetzung auch entfernter Regionen bekommen nicht nur Millionen Menschen erstmals Zugang zum World Wide Web – auch mafiösen Strukturen eröffnen sich ganz neue Geschäftsfelder. Dank der geringen Investitionskosten – oft reichen bereits ein temporärer Zugang und ein Laptop aus – ermögliche Cyberverbrechen Gewinnspannen, die sonst nirgendwo erreicht werden. Verbunden mit dem geringen Verfolgungsdruck und der im Vergleich zu anderen Straftaten hohen körperlichen Sicherheit scheint dieses Betätigungsfeld reizvoll für viele dieser Gruppen.

Warum werden Webhoster attackiert?

Es stellt sich natürlich die Frage, warum solche Zusammenschlüsse Interesse an einen Webhoster im Ausland zeigen, auf dem oft keinerlei wertvolle Daten oder andere immaterielle Güter gelagert werden. Viele Menschen wähnen sich schon alleine deshalb sicher, weil sie davon ausgehen, dass die Angriffe zielgerichtet auf bestimmte Seiten oder Personen erfolgen. Dabei ist genau das Gegenteil der Fall: 99 % der Angriffe erfolgen ohne jede direkte Motivation – es wird einfach nur Ausschau nach einem günstigen Opfer gehalten. Doch was steckt dahinter? Kriminelle dieses Schlages sind nicht an Daten interessiert – sie nehmen sie dankbar mit, aber sie sind nicht das Hauptziel. Es geht vielmehr um zwei andere Dinge: Erstens ist der Zugang interessant, der sich gebündelt mit anderen auf dem Schwarzmarkt verkaufen lässt. Zum Zweiten wird der Speicherplatz für eigene Zwecke verwendet.

Was geschieht mit dem Webspace?

Ein überwiegender Teil wird für weitere Attacken benutzt. Dazu zählt vor allem das sogenannte Phishing, das jedem Besitzer eines E-Mail-Kontos ein Begriff sein sollte. Offizielle Seiten werden wie die von Banken oder Onlinehändlern werden kopiert und auf den Wepspace übertragen. Oft bleibt der ursprüngliche Inhalt unberührt, damit der Besitzer keinen Verdacht schöpft. Dann versenden die Täter E-Mails mit manipulierten Links, die auf die erstellten Kopien verweisen. Loggt sich der Empfänger dort ein, wird sowohl sein Benutzername als auch sein Passwort gespeichert. Beides zusammen kann dann entweder von den Tätern selber missbraucht oder ebenfalls auf dem Schwarzmarkt verkauft werden. Problematisch für Sie: Da es sich um Ihren Speicher handelt, geraten Sie auch als Erster in Verdacht.


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