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Webhosting diversifiziert sich – Reseller werden seltener

NewsWie Prognosen und Auswertungen von Marktanalysten und Insider nahelegen, steht die Webhosting-Branche vor einem weiteren strukturellen Wandel. Lange Zeit wurde das Endkundengeschäft von einigen großen Anbietern und vielen kleineren dominiert, die sich im Wesentlichen darauf beschränkten, Pakete von diesen zu eigenen Bedingungen an die Kunden weiterzuvermitteln – den sogenannten Resellern. Diese erwarben entweder umfangreiche Leistungspakete und teilten diese auf oder reichten ohne größere Umwege spezielle, gewerbliche Angebote an private und kommerzielle Endkunden weiter. In der Tat beruht auch heute ein großer Teil aller Hosting-Angebote auf solchen Transaktionen innerhalb vermeintlicher Konkurrenten – eine Wende ist allerdings in Sicht.

Die Grenze ist fließend

Es ist allerdings nicht immer einfach, eine klare Trennlinie zwischen Erstanbietern und Resellern zu ziehen. Die Anmietung von Infrastruktur etwa ist innerhalb der Branche gerade bei mittleren Betrieben gängige Praxis, da sich in der Vergangenheit der Betrieb eines eigenen Rechenzentrums erst ab einem relativ großen Umsatz lohnte. Je nach Umfang des in diesem Rahmen gewährleisteten Support kann auch unter diesen Bedingungen in einigen Fällen schon von Resellern gesprochen werden. Seit zwei Jahren zeichnet sich allerdings ein Wandel in diesem Bereich ab, der durch neue, leistungsstarke und effiziente Hardware hervorgerufen wurde, die in den Investitionskosten deutlich unter dem bisherigen Preisrahmen liegt. Deshalb bauen immer mehr Betriebe mittlerweile eigene, unabhängige Infrastruktur auf, anstatt sich auf das vorher übliche Modell des Hardware-Outsourcings zu stützen. Allerdings greifen auch diese immer noch öfter auf externe Dienstleister zurück, die zur Realisierung größerer Projekte die eigene Belegschaft unterstützen. Das Spektrum reicht in diesem Rahmen von der Erstellung und Programmierung individueller Softwarelösungen bis hin zu administrativen Aufgaben und der Konfiguration ganzer Rechnernetzwerke.

Der Trend geht zu eigener Hardware

Dennoch ist gerade bei den Webhostern ein klarer Trend zu erkennen, der eine Diversifizierung des Marktes mit sich bringt. Über Virtualisierungen lassen sich einerseits heute viele unabhängig voneinander operierende Server auf kleinstem Raum unterbringen, andererseits bringen immer kompaktere Einheiten neue Möglichkeiten mit sich, dezidierte Rootserver auf kleinstem Raum zu betreiben. So ist es mittlerweile möglich, in einem einzigen Serverschrank mittels Blades 256 und mehr dezidierte Einzelserver unterzubringen, die zudem noch deutlich weniger Abwärme erzeugen und eine wesentlich höhere Effizienz aufweisen, als dies noch vor wenigen Jahren der Fall war. Unter diesen Umständen rechnet sich der Einsatz eigener Hardware wesentlich deutlicher, während die Investitionen sich ebenfalls schneller amortisieren. Diese Konstellation und die harte Konkurrenz bei niedrigen Gewinnmargen führen dazu, dass in Europa und besonders in Deutschland Reseller zunehmend den Umstieg wagen oder sich aus dem Geschäft zurückziehen bzw. neue, lukrativere Standorte aufsuchen.


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