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Webhostingprovider aufgrund falscher Werbeaussagen verklagt

NewsWenn Webhosting-Provider angeben, dass ihre Server in Deutschland stehen, so muss das auch wirklich zutreffen, andernfalls könnte man als Kunde oder Mitbewerber das Webhosting-Unternehmen gerichtlich klagen. Auch in den Werbebotschaften müssen die Webhosting-Provider darauf achten, dass die getätigten Aussagen auch den Tatsachen entsprechen. Das Oberlandesgericht Düsseldorf hat vor Kurzem eine diesbezügliche Unterlassungsklage bestätigt.

Webhoster gab an, die Server würden in Deutschland stehen

Dabei ging es um die Werbung eines Anbieters, bei welchem dieser angab, dass die Server des Unternehmens alle in Deutschland stehen würden. Dass dieser Umstand gerade in der heutigen Zeit für jeden Unternehmer wichtig ist, vor allem hinsichtlich des Datenschutzgesetztes, braucht nicht extra erwähnt werden. Die Werbung lautete so, dass alle Server des Providers sich in Deutschland oder zumindest in der EU befänden. Der Provider gab zusätzlich an, dass es sich bei allen Servern um unternehmenseigene handle, die mit Notstromaggregaten und Feuerlöschsystemen gegen Ausfall geschützt wären.

Die Aussagen sind irreführend und zu unterlassen

Das Unternehmen hat jedoch kein eigenes Rechenzentrum betrieben, sondern ein Rechenzentrum im Ausland genützt, welches einer angeblichen Tochterfirma gehörte. Ein Konkurrent klagte auf Unterlassung und bekam Recht, die Aussagen seien irreführend, da der Unternehmer behaupte, er sei Eigentümer der Server. Da das jedoch nicht der Fall ist wurde die Klage zugelassen. Ob die Server einem Tochterunternehmen gehören, sei in diesem Fall unerheblich. Kunden, die einen Vertrag abschließen, gehen davon aus, dass die Daten auf einem deutschen Server gespeichert sind, dass die Daten jedoch ins Ausland ausgelagert werden, damit rechnen die Kunden nicht. Bei Tochtergesellschaften besteht auch vielfach die Gefahr einer Insolvenz oder eines Verkaufs, ohne dass es der Kunde mitbekommt, so die Entscheidung des Gerichts in Düsseldorf.